Allgemein

Abmahnrisiken im Internet

Immer mehr Webseiten-Betreiber und Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook, XING & Co. sind aufgrund von Abmahnungen verunsichtert, wie sie sich überhaupt noch rechtssicher bewegen können. Sebastian Dramburg, Fachanwalt für IT, Medien- und Urheberrecht, von medienrechtberlin
wird in der medien-sprechstunde am 20.5.2014 im betahaus Berlin zu Mindestanforderungen in Sachen Datenschutz, Urheberrecht und Impressumspflicht informieren. Wir haben ihn vorab gefragt, worauf man achten sollte. Anmeldung

Hallo Sebastian, worauf wirst Du in der medien-sprechstunde eingehen?

Ich werde wie bereits beschrieben auf die Mindestanforderungen für Rechtssicherheit eingehen. Einerseits werde ich zeigen, wie man mit fremden Inhalten umgeht, was also die Nutzung von Feeds, die Einbettung von Inhalten und die Verlinkung betrifft. Andererseits werde ich Hinweise geben, wie man eigene Inhalte rechtlich schützt. So viel aber schon vorweg: Man kann die Teilung eigener Inhalte im Netz rechtlich nicht verhindern. Man kann aber einige technische Maßnahmen wie Wasserzeichen oder Kopierschutz ergreifen, um die Urheberschaft zu kennzeichnen. Wichtig ist, dass die Originale vorher geschützt werden, so dass man die Urheberschaft nachweisen kann. Wie man das machen kann, werde ich an einigen Beispielen zeigen.

Hat das Risiko eine Abmahnung zu erhalten denn in den letzten Jahren zugenommen?

Das würde ich schon sagen. Zum einen liegt das leider daran, dass einige Rechteinhaber mit einschlägigen Kanzleien zusammenarbeiten und mit den entsprechenden technischen Suchmethoden sehr leicht bspw. eine Urheberrechtsverletzung nachweisen können. Zum anderen ist es aber auch immer noch sehr weit verbreitet, sich „einfach so“ ein Foto oder einen Kartenausschnitt aus dem Netz für die eigenen Seite zu nehmen.

Wirst Du auch etwas dazu sagen, was man tun sollte, wenn man eine
Abmahnung erhalten hat?

Zwar ist jede Abmahnung unterschiedlich zu beurteilen, aber wichtig ist, dass man nicht in Panik verfällt und kopflos Erklärungen unterschreibt oder Zahlungen leistet. Nicht jede Abmahnung ist rechtens und selbst wenn der Abmahnung tatsächlich eine Rechtsverletzung zugrunde liegt, heißt dies nicht zwingend, dass auch der geforderte Betrag gezahlt werden muss. Ob berechtigte Abmahnung oder nicht: In jedem Fall sollte man den angegriffenen Inhalt vorerst offline nehmen, bis der Fall geprüft ist.
 

Fragen zu den Themen können vorab bis zum 13.5.2014 an
bungard@medien-sprechstunde.de geschickt werden.
 

X