Buchrezension

Buch-Rezension: „Wir machen dieses Social Media“

„Wir machen dieses Social Media – Erfahrungsberichte & Tipps von Profis“ von Malina Kruse-Wiegand & Dr. Annika Busse aus dem O’Reilly Verlag.
Das ist das Buch, auf das Viele schon lange warten. Nämlich die, die wissen wollen, was dieses Social Media nun eigentlich bringt. Obwohl auch Deutschland sich in Sachen Digitalisierung in Bewegung gesetzt hat, die Skepsis und das Unverständnis gegenüber den Neuen Medien ist vor allem im Unternehmensalltag noch immer verbreitet. Da ist es außerordentlich erfrischend, Praktikern über die Schulter blicken zu können. Denn genau das erlaubt das Buch. Eine Bandbreite von Kommunikations-Profis, die für das Startup über die Non-Profit-Organisation bis hin zum Großkonzern tätig waren, erlauben Einblicke in ihre Arbeitsweise. Herausgekommen ist ein echtes Lehrbuch. Denn sehr kompakt erfährt man, was funktioniert und was nicht funktioniert.

Keine Standard-Anleitung

Was nicht funktioniert ist beispielsweise eine 08/15-Anleitung für Social Media Kampagnen. Wer so etwas erwartet, ist hier total falsch. Denn jede Kampagne ist anders, abhängig vom gesetzten Ziel, den anvisierten Nutzern und den dementsprechenden Inhalten. Mindestens ebenso wichtig ist die Erkenntnis, dass es sich um einen sehr dynamischen Arbeitsbereich handelt. Das heißt, was in diesem Buch steht und 2012 funktioniert hat, muss 2014 nicht mehr funktionieren, weil sich die Rahmenbedingungen ständig ändern. Was das Buch aber leistet: Man bekommt sehr viele Anregungen, wie man vorgehen und was man ausprobieren kann.

Strategie zählt

Bei allen Beiträgen ist eine sehr intensive Beschäftigung mit den jeweiligen Kampagnen spürbar. Es reicht eben nicht, beispielsweise eine Facebook-Fanseite aufzusetzen und zu erwarten, dass nun alles von allein läuft. Die Fachleute, die in dem Buch zu Wort kommen, gehen strategisch vor. Sie analysieren, planen, probieren aus, evaluieren und passen ihre Kampagnen an.

Das Buch gliedert sich in drei Teile

  • Social-Media-Strategie und -Organisation
  • Social-Media-Kanäle und -Kampagnen
  • Job-Profile im Social Web

Man muss es nicht von A-Z lesen.

Man kann sich einzelne Teile herausgreifen. Die Kapitel beziehen sich zwar punktuell aufeinander, sind aber in sich geschlossen und ergänzen sich eher. Garantiert ist aber, dass man immer einen profunden Einblick bekommt. Schön ist nämlich auch, dass berichtet wird, was im jeweiligen Kontext nicht funktioniert hat. Das macht das Buch außerordentlich sympathisch, dass man aus den Fehlern anderer lernen darf. In jedem Fall findet man zusätzliche Tipps und Links, um sich auf dem Laufenden zu halten, bzw. sich weiter ins Thema einzuarbeiten. Denn das ist klar: Hier hilft nur dranbleiben, sonst hat man ganz schnell den Anschluss an „dieses Social Media verloren“. Wenn man sich dieses Buch zu Gemüte führt, weiß man erst, was man alles nicht weiß! Schön ist, dass man damit dann nicht mehr allein dasteht. Denn das Schöne im Netz ist: Im Zweifelsfall hilft die Community!

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