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Allgemein

Erfolgreich mit Social Media

In der medien-sprechstunde am 19.11.2013 ging es um „Facebook für Unternehmen“. Das Interesse an der Veranstaltung war groß. Hier will ich ein Beispiel vorstellen, wie man mit Facebook sehr bekannt werden kann. Es geht um einen Podcast zum Sprachenlernen, das Projekt Français-Authentique, dem auf Facebook inzwischen eine Community von über 100.000 Fans folgt. Weil mich das Projekt interessiert hat, habe ich es im Blog von mondpropaganda bereits analysiert. Hier lest Ihr ein Interview mit Johan, dem Macher von Français Authentique, das er mir freundlicherweise auf Deutsch gegeben hat.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, Français Authentique zu starten?

Als ich 2007 aus beruflichen Gründen nach Österreich kam, war ich sehr überrascht, dass viele Leute Französisch verstehen, aber nur wenige diese Sprache tatsächlich sprechen konnten. Zu dieser Zeit war ich beruflich und privat oft im Ausland unterwegs. Überall hat sich diese Tatsache bestätigt.

Einerseits war ich fasziniert, dass so viele Leute meine Sprache verstehen konnten. Andererseits spürte ich immer wieder, dass sie frustriert waren, nicht in der Lage zu sein, Französisch mit mir zu reden. Ich konnte ihren Frust verstehen, weil ich selber Probleme hatte Deutsch und English fließend zu sprechen, obwohl ich diese Sprachen sehr gut verstehen konnte.

Ich habe im Internet nach Möglichkeiten für mich gesucht, um mein Deutsch und English verbessern zu können und mehrere interessante Methoden gefunden, bei denen man sich mit der Theorie wie der Grammatik usw. nicht beschäftigt, sondern viel zuhört, um automatisch zu lernen.

Da es für mich in Deutsch und English sehr erfolgreich gewesen ist, habe ich beschlossen meine eigene Methode zu entwickeln, um Französisch zu lehren. Es war der Anfang meines „Français Authentique“ Projekts.

War es von Beginn an als so großes Projekt geplant oder eher ein „Versuchsballon“?

 
Wenn man etwas Neues beginnt, ist es unmöglich fest überzeugt zu sein, dass es funktionieren wird. Vor allem, wenn es sich um ein kreatives Projekt handelt. Ich wusste, dass es einen Bedarf gab, aber es war mir nicht klar, wie die Leute auf meine Vorschläge reagieren würden. Es wird selten empfohlen, nicht in Französisch-Kurse zu gehen und keine Grammatik zu lernen…

Was dazu kommt ist, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie man eine Internet-Seite erstellt, wie man für sein Konzept wirbt usw.. Ich musste alles selbst lernen – danke Internet  – obwohl ich Vollzeit arbeitete. Ich war aber so interessiert an dem Thema, dass ich es gerne und schnell gemacht habe.

Als ich angefangen habe, war ich grundsätzlich zuversichtlich, dass das Projekt funktionieren könnte. Ich habe schnell bemerkt, dass meine Methode den Leuten gut gefallen hat. Ich habe kontinuierlich deren Empfehlungen und Ratschläge umgesetzt, damit mein System besser wird und der Erfolg kam fast automatisch.

Meine Empfehlung für Leuten, die ein Business starten wollen ist: keine Angst haben, einfach starten. Setzen Sie Ihre Ideen um, hören Sie Ihren potenziellen Kunden zu, seien Sie flexibel und passen Sie Ihr Business an. Der größte Fehler ist, auf das perfekte Timing zu warten: Man wartet ewig, dass alle Bedingungen passen. Dieser Zeitpunkt kommt nie…

Wie viel Zeit investierst Du pro Woche in das Projekt?

 
Es ist sehr unterschiedlich. Momentan ist es eher ruhig. Ich arbeite ca. 1 Stunde pro Tag am Projekt.

Wenn ich ein neues Produkt erstelle, kann es 3 Stunden pro Tag sein, am Peak mehr. Wenn man schon mindestens 10 Stunden im Büro ist, ist es zu viel. Gott sei Dank ist meine Frau da, um mich zu bremsen…

Ich habe leider wie jeder Unternehmer das Problem, dass ich nicht genug Zeit habe alle meine Ideen umzusetzen. Umso wichtiger ist es, organisiert, fokussiert und motiviert zu sein. Ich mache mir zur Pflicht einer Routine zu folgen, um sicher zu sein, dass ich immer am Projekt aktiv bin.

Was motiviert Dich?

 
Die dutzenden positiven Rückmeldungen, die ich jeden Tag bekomme.
Es ist eine schöne Anerkennung zu wissen, dass man tausende Personen auf der ganzen Welt unterstützt.

Wenn ich in der Früh ein Mail oder einen Facebook-Post lese, bei dem jemand schreibt, dass er Französisch sprechen kann und behauptet, dass es dank meiner Methode ist, dann bin ich stolz und motiviert am Projekt weiterzuarbeiten.

Welcher Social Media Kanal ist für Dich am wichtigsten?

 
Ohne Zögern Facebook. Ich nutze den Kanal hauptsachlich, um meine Artikel und Podcast-Episoden zu teilen und um Ideen meiner „Fans“ zu sammeln. Es gibt Fans, die sehr aktiv sind. Sie bringen immer neuen Vorschläge, helfen den anderen und verbreiten Optimismus und Begeisterung. Ich hätte bei Facebook jedoch keine Community ohne Podcast. Der Podcast bzw. meine Angebote auf der Webseite wie „Les 7 règles“, die Videos usw., ist, was die Leute interessiert. Facebook ist einfach der Platz, wo die, die meine Arbeit schätzen, sich äußern können. Der Schlüssel bleibt aber der Inhalt.

Meine Facebook Seite ist der Kern der „Français Authentique Gemeinschaft“.

Welche Fanzahl bei Facebook war bei Dir die „Schallmauer“ für Relevanz?

 
Ich fokussiere mich hauptsächlich auf die Likes. Wenn die stark steigen, ist es für mich ein Zeichen, dass der Inhalt relevant ist. Ich habe mir kein Ziel gesetzt und muss zugeben, dass ich nie erwartet hätte die 100.000 Fans zu erreichen. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was es bedeutet: Nehmen Sie das Olympiastadion in Berlin oder das „Stade de France“ in Paris. Warten Sie, dass es ganz voll ist. Stehen Sie in der Mitte des Rasenplatzes. Denken Sie, dass immer noch 20% der Français Authentique Facebook-Gemeinschaft fehlt…

Ich versuche allerdings auch die Mehrheit der Kommentare zu lesen. Es gibt mir Ideen für weitere Blog-Posts oder Podcast.

Das Teilen ist für die Entwicklung der Reichweite wichtig. Ich bitte meine Fans kontinuierlich, meine Artikel zu verteilen. Aber ich gucke selten hin, ob sie es tatsächlich machen…

Die übliche geringe Reaktion von 1-2 % der Facebook-Fans auf Posts kann ich bestätigen. Ich habe aber schon mit 100-200 Fans viele interessante Anregungen erhalten. Die haben die Entwicklung vom Projekt eigentlich beschleunigt. Auch wenn es wenig Fans gibt, muss man viele Fragen stellen, zuhören, was für ein Problem die Leute haben und eine Lösung zu deren Problemen anbieten.

Bearbeitest Du das Material, Technik, Grafik, Text alles allein?

 
Bisher ja, deswegen sieht meine Internetseite so „unprofessionell aus“.

Es ist mir wichtig, dass das Material ausschließlich von mir kommt. Der Inhalt ist viel wichtiger als der Rest und es ist meine Hauptaktivität.

Seit ein paar Monaten lasse ich mich bei der Grafik und der Mischung des Podcasts unterstützen. Aber ich denke, dass ich mich generell zu wenig unterstützen lasse. Es könnte einen Entschluss für 2014 sein.

Was denkst Du, was das Projekt so erfolgreich macht?

 
Es ist für mich schwer zu beurteilen, weil ich zu viel involviert bin. Ich sehe aber 2 wichtige Punkte.

Wie ich vorher gesagt habe, denke ich, dass Français Authentique einem Bedürfnis entgegenkommt. Ich biete an, was viele Leute seit Jahren suchen. Wenn die Leute merken, dass mein System wirkt, dann sind sie froh es mit Freunden zu teilen.

Ich glaube auch, dass die Leute meine Echtheit schätzen. Ich bin kein Marketer und ich versuche nicht unbedingt etwas zu verkaufen. Das Geld spielt eine Rolle, keine Frage, aber mein Motto ist, so vielen Leuten wie möglich zu helfen. Die Leute spüren, dass ich viel Zeit verbringe sie zu unterstützen und es gefällt ihnen, weil sie einfach nicht daran gewöhnt sind.

Die Mundpropaganda führt dazu, dass das Projekt sich kontinuierlich entwickelt.

Kannst Du Dir vorstellen, davon einmal zu leben?

 
Ja definitiv. Seit ich angefangen habe, entwickelt sich das Projekt sehr schnell. Wenn es so weitergeht ist es eine Alternative. Einerseits bin ich mit meiner beruflichen Situation zufrieden, andererseits könnte ich noch mehr Personen helfen, wenn ich Français Authentique in Vollzeit entwickelt könnte.

Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für das Projekt!

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