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Inhalte visualisieren mit Graphic Recording

Von 28. November 2019 Keine Kommentare
Dominique Kleiner - Graphic Recording, Foto: privat

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Da ist wohl etwas dran. Fasziniert sah ich also letzte Woche bei der Trainer Werkstatt bei Meeet Dominique Kleiner zu. Sie visualisierte die Veranstaltung mit Graphic Recording. Am Ende des Tages hatte sie alle Sessions übersichtlich auf einem Schaubild vereint. Wow! Das bleibt im Kopf! Deshalb möchte ich hier Dominque und das Graphic Recording vorstellen.

Was ist Graphic Recording? Seit wann machst Du das?

Graphic Recording ist die Anfertigung eines visuellen Verlaufsprotokolls auf Konferenzen, Fachtagen und Workshops, etc. – simultan zum Redner. Ich übersetze dabei komplexe Themen und Inhalte in eine verständliche bildliche Sprache. Für die Zusammenfassung der Kernaussagen nutze ich die Darstellung von Symbolen, Schlagworten und zeichne kleine Szenen mit aussagekräftigen Figuren.

Ich erstelle die Visualisierung analog mit Farbstiften auf einem großformatigen Papierboard. Ich arbeite seit vier Jahren mit großer Leidenschaft als selbstständige Graphic Recorderin.

Kann man Graphic Recording lernen?

Das frage ich mich auch oft und es hängt wahrscheinlich sehr vom Menschen selbst, dessen Talent und seinen Fähigkeiten ab.

Was ist die besondere Herausforderung beim Graphic Recording – worauf kommt es an?

Als Graphic Recorder*in sollte man multitaskingfähig sein, flexibel und man braucht eine gute Auffassungsgabe. Man muss aus einem oft unbekannten Fachthema die Essenz filtern, diese sekundenschnell in eine visuelle Idee umwandeln, genau diese auf dem Papier schnell darstellen und während des Zeichnens weiter zuhören und filtern können. Man muss sich auf die Dinge einlassen können, braucht viel Phantasie und Ideen und die Bereitschaft zu lernen. Außerdem sollte man keine Angst davor haben, dass einem 500 Leute beim Zeichnen auf die Finger schauen.

Du bist Illustrationsdesignerin, wie bist Du zum Graphic Recording gekommen?

Ich bin Illustrationsdesignerin mit Herzblut, habe durch einen befreundeten Moderator vom Graphic Recording erfahren und es sofort ausprobiert. Seit diesem Moment brenne ich für diese Methode. Das stetige Visualisieren und Illustrieren gibt mir die notwendige Erfahrung und füllt meinen ideellen Kreativkoffer.

Für wen machst Du Graphic Records?

Vor allem beauftragen mich Konzerne, große und mittelständische Unternehmen und das deutschlandweit. In Berlin arbeite ich viel auf Veranstaltungen in Rathäusern. Die Visualisierungen erstelle ich auf Wunsch in deutsch oder englisch.

Ist Graphic Recording für jede Art von Veranstaltung geeignet?

Es gab schon diverse Formate von Veranstaltungen, die ich visualisiert habe, wie z.B. die Entwicklung einer Vision, Fishbowl, Barcamp, Podiumsdiskussionen, Konferenzen, Ehrungen mit Erlebnisberichten u.v.m.. Ich liebe jede andersartige Herausforderung. Es gibt jedoch eine Grenze: Wenn es mehrere parallel laufende Workshops gibt und diese komplett dokumentiert werden sollen, dann arbeitet man besser mit mehreren Graphic Recordern zusammen.

Was passiert mit den Graphic Records- das ist ja immer eine spezielle Wissenssammlung?

Die Visualisierungen werden fast immer digitalisiert und im Anschluss in die Dokumentation der Veranstaltung eingebunden. Einmal wurden (große) Postkarten von meiner Visualisierung erstellt und an die Workshopteilnehmer*innen versendet- das war eine tolle Idee.
Die fertigen Boards selbst sind ehrlich gesagt oft sehr begehrt. Diese werden dann in die Büros oder auf den Flur des Unternehmens gehängt. Sie zeigen ja oft den Kern der Projekte auf einen Blick in Bildern und sind somit auch für Besucher, Kooperationspartner oder Kunden verständlich. Ein Bild sagt mehr, als tausend Worte…

Das stimmt! Und deshalb gibt es hier noch das Graphic Record von der Trainer Werkstatt

Dominique Kleiner - Graphic Record, Foto - Trainer Werkstatt Berlin, Gert Schilling

Dominique Kleiner – Graphic Record, Foto – Trainer Werkstatt Berlin, Gert Schilling

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