Allgemein

Krisenkommunikation

Zur medien-sprechstunde am 21. Mai 2013 von 18-20 Uhr bei der Leanovate GmbH in der Blücherstraße 22 haben wir den PR-Berater Oliver Weiss eingeladen. Es geht um Krisenkommunikation. Heute verbreiten sich schlechte Nachrichten wie ein Lauffeuer über das Internet, und für betroffene Unternehmen ist schnelles Handeln wichtig.

Die Veranstaltung findet von 18-20 Uhr statt und ist für alle Teilnehmer kostenfrei, um besser planen zu können, bitten wir Sie jedoch, sich anzumelden.

Oliver hat uns im Vorfeld einige Fragen im Interview beantwortet.

„Krisenkommunikation“, das klingt sehr dramatisch. Was ist damit gemeint?

Die Krisenkommunikation ist in der Tat dramatisch, aber im Sinne von „spannend“, „mitreißend“ und „aufregend“. Zum Drama wird sie, wenn Konzerne, Unternehmen und Personen falsch reagieren. Krisenkommunikation ist eine Kommunikationsmaßnahme, die wir immer dann einsetzen, wenn der Fortbestand von Unternehmen substanziell gefährdet ist, ihre Reputation oder das Ansehen von Personen in der Öffentlichkeit auf dem Spiel steht. Krisen haben immer eine mediale Relevanz.

Was sind Beispiele für Krisen, die einer besonderen Kommunikation bedürfen?

Eines der bekanntesten Beispiele aus der Krisenkommunikation ist der Fall Motrin. Wussten Sie, dass das Tragen von Babys in Tragetüchern zu Rückenschmerzen führen kann? Die Firma McNeil Consumer Healthcare, eine Johnson & Johnson-Tochter, behauptete das in einem Video und hatte zugleich die Lösung des Problems parat: Wenn Mütter regelmäßig ein paar Motrin-Tabletten schluckten, würden sie ihre Rückenschmerzen schnell vergessen, so die Botschaft des Videos, kreiert von der New Yorker Agentur Taxi.

Die Bloggerin Barb Lattin entdeckte das Video und löste eine Protestwelle aus. Der Protest sprang auf den Micro-Blog Twitter über und innerhalb von zwei Stunden waren über 5.000 Beiträge zur Motrin-Kampagne zu lesen. Es entstand ein ganzer Protest-Film, zusammengeschnitten aus empörten Tweets. Dieses Video wurde bis heute viele tausend Mal abgerufen.

Johnson & Johnson war auf den Sturm der Entrüstung offenbar nicht vorbereitet und reagierte spät. Es dauerte eine Woche bis zur offiziellen Stellungbahme der Marketing-Chefin. Die klassischen Medien griffen das Thema inzwischen auf und die Krise war da, noch bevor die Pharmatochter und der Mutterkonzern reagiert hat.

Dennoch überraschte die Reaktion des Unternehmens die Blogger-Gemeinde. Die Abteilungsleiterin Kathy Widmer ließ die gesamte Motrin-Website vom Netz nehmen und wandte sich in persönlichen Schreiben an die Bloggerinnen.

 

Kann man sich auf solche Krisen vorbereiten? Für wen ist das besonders wichtig?

 

Ja und nein. Man kann eine Krise nicht planen. Krisen sind jedes mal anders, weil die auslösenden Faktoren variieren.

Vor allem Konzerne und Unternehmen sollten Sofortmaßnahmen griffbereit haben, um schnell reagieren zu können. Dabei helfen ihnen  Kommunikationsexperten, die ein Gespür für drohende Krisen entwickelt haben und über belastbare Expertisen verfügen.

Nicht nur Konzerne und Unternehmen, sondern auch kleinen und mittelständischen Unternehmen empfehlen wir den Einsatz von Monitoring-Instrumenten. Einzelunternehmer und Privatleute können sich und ihre Kinder durch Social-Media-Monitoring-Tools schützen.

 

Was wirst du uns bei deinem Vortrag zeigen?

 

Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen 😉 Schön wäre ein aktuelles Beispiels – auch wenn ich niemandem und keinem Unternehmen eine Krise wünsche. Ansonsten habe ich eine Reihe von Maßnahmen im Gepäck, mit denen Krisen erkannt und gebannt werden können.

 

X