Event-Bericht

Pinterest – die unterschätzte Suchmaschine

Von 17. Oktober 2019 Oktober 21st, 2019 Keine Kommentare
Jörg Arras von SMG-Treppen zu Pinterest, Foto: meBerlin

Im Schatten von Google, Facebook und Instagram hat sich Pinterest in den letzten neun Jahren zu einem Global Player im Netz entwickelt. Die Bilder-Suchmaschine zählt inzwischen 300 Millionen Nutzer, v.a. Frauen, und wird trotzdem noch unterschätzt. Beliebte Themen sind Food, Beauty und Fashion, gefolgt von Home-Interieur und Travel. Jörg Arras von SMG Treppen entführte uns in dieser medien-sprechstunde am 15. Oktober 2019 im tuesday coworking in die Treppenbau-Szene auf Pinterest.

Pinterest statt Showroom

Der Berliner Treppenbauer setzt mit seinem kleinen Unternehmen seit Jahren auf Online-Marketing und ist damit noch eine Ausnahme unter den Handwerkern. Pinterest gehört dabei mit in sein Portfolio und bringt ihm nach eigener Aussage zuverlässig neue Kunden. Er und seine Frau Tanja haben sich vor fünf Jahren für die Bilder-Suchmaschine entschieden – und gegen einen Showroom.

„Ein Showroom ist teuer und liefert nicht das, was wir brauchen. Jede Treppe ist so individuell, dass ich in einem Raum gar nicht alle Varianten zeigen kann. Bei Pinterest ist das anders. Hier kann ich private Boards mit Bildern aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Details für Kunden zusammenstellen“, erklärt er seine Entscheidung. Und das funktioniert auch umgekehrt. „Die Leute kommen mit ihren Tablets auf die Baustelle und zeigen mir anhand ihrer Pinboards, was sie sich vorstellen“, erzählt der Handwerker.

Pinterest bringt Traffic auf die Website

Mit Pinterest kann jeder Bilder, die er im Netz findet, an eines seiner Themen-Boards pinnen. Voraussetzung ist ein eigener Account. Doch der ist innerhalb weniger Minuten eröffnet. Auf Themen-Boards kann man Bilder von der eigenen Website zusammenstellen. „Interessant ist“, meint Jörg Arras, „dass die Bild-URL immer erhalten bleibt und Nutzer so – egal wie oft das Bild geteilt wurde – immer wieder auf meine Website zurückgeführt werden.“ Damit ist Pinterest eine großartige Suchmaschine, die zuverlässig Traffic auf die eigene Website bringt.

SMG Treppen hat inzwischen 141 Boards angelegt und knapp 60.000 Leute folgen dem Profil. Im Schnitt postet Tanja seit fünf Jahren sieben Bilder pro Tag und steckt so täglich eine Stunde Arbeit hinein. Denn ohne diese Regelmäßigkeit funktioniert es nicht.

Für Treppenbegeisterte hat SMG Treppen ein Gruppen-Board angelegt. Hier kann jeder seine Lieblingstreppe anpinnen. Inzwischen tauschen sich hier Treppenfreunde aus der ganzen Welt aus, darunter viele Architekten und Bauherren. Dieses Board muss aktiv gemanagt werden, um SPAM zu entfernen.

„Wir lieben Treppen“

Tanja und Jörg leben, was sie versprechen. Neben Pinterest pflegen sie ein Treppenblog, machen jedes Jahr eine Treppenreise und bringen sogar einen Treppenkalender heraus.

„Als ich 2012 das Blog gestartet habe, dachte ich, mir gehen nach sechs Monaten die Themen aus“, erzählt Jörg Arras. „Aber das Gegenteil ist der Fall. Uns fallen so viele Themen ein, dass ich gar nicht mit dem Schreiben hinterherkomme. Inzwischen gibt es 500 Artikel.“

Und obwohl es jetzt bei Pinterest eine Shopping-Funktion gibt – Treppen verkaufen sich da nicht. „Dafür ist jede Arbeit zu speziell“, meint der Treppenbauer.

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